PCNL: Behandlung bei großen Nierensteinen
Die perkutane Nephrolithotomie (PCNL) ist die effektivste Methode bei großen Nierensteinen über 2 cm. Erfahren Sie, wie der Eingriff abläuft und was Sie erwartet.
Bei großen Nierensteinen, Staghorn-Steinen oder Steinen, die weder auf ESWL noch auf URS ansprechen, ist die perkutane Nephrolithotomie (PCNL) die Methode der Wahl. Sie ist das effektivste Verfahren zur Entfernung großer Nierensteine und erreicht Steinfreiheitsraten von über 90 %.
Was ist PCNL?
Bei der PCNL wird durch einen kleinen Schnitt in der Flanke (ca. 1 cm) direkt in die Niere zugegangen. Ein Nephroscop (Endoskop) wird eingeführt, der Stein mit Ultraschall oder Laser fragmentiert und die Trümmer abgesaugt.
Indikationen
- Nierensteine über 2 cm Durchmesser
- Staghorn-Steine (Geweihsteine, die das gesamte Nierenbecken ausfüllen)
- Hartnäckige Steine nach erfolgloser ESWL oder URS
- Infektsteine (Struvitsteine)
Ablauf
Die PCNL wird in Vollnarkose durchgeführt. Unter Röntgenkontrolle wird zunächst die Niere punktiert und der Zugangskanal erweitert. Dann erfolgt die Fragmentation und Bergung des Steins. Ein Nephrostomiekatheter wird für einige Tage eingelegt, um die Niere zu entlasten und Blut/Urin abzuleiten.
Krankenhausaufenthalt
Der stationäre Aufenthalt beträgt typischerweise 3–5 Tage. Eine kurze Rekonvaleszenzphase von 1–2 Wochen ist danach einzuplanen.
Risiken
- Blutungen (selten, aber operationswürdig)
- Harnwegsinfekte
- Verletzung von Nachbarorganen (sehr selten)
- Residualsteine: zweite Sitzung manchmal notwendig
Medizinischer Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt.